Lars Wernecke
Intendant Theaterregisseur Theaterautor

Verfasste Theaterstücke

Auswahl einiger bislang verfasster Bühnenwerke:
Ansichtsexemplare der Theaterstücke sind über die jeweiligen Theaterverlage oder über den Autor zu beziehen.

Berlin Comedian Harmonists - Atemlos (2018)
Programm mit Theater und Musik im Stile der Comedian Harmonists
6H
Ein weiteres Jubiläum der Berlin Comedian Harmonists steht an. Seit 20 Jahren treten Sie inzwischen weltweit mit ihren gefeierten Theaterstücken und Musikprogrammen auf. Ein neues Theaterprogramm wird nun zu diesem Anlass präsentiert. Im ersten Teil ist es mehr ein illustres Schauspiel mit Musik, der zweite Teil wird zu einem neuartigen Konzert: Extra für diese Truppe geschriebene und arrangierte Werke werden aufgeführt.
Ein Blumenstrauß, der zum Ende eines Konzerts auf die Bühne geworfen wird, wird Anlass zu neuen Visionen, die lebhaft diskutiert werden. Eine mysteriöse Botschaft, vermeintlich von den originalen Comedian Harmonists, animiert die sechs Künstler, Neues zu erschaffen. So sind neben den Klassikern auch überraschende eigene Kompositionen sowie neue Arrangements von Liedern von Udo Jürgens, den Eagles und Helene Fischer zu hören.


Berlin Comedian Harmonists - Verrückte Zeiten (2009)
Programm mit Theater und Musik im Stil der Comedian Harmonists
6 H
Zum zehnjährigen Jubiläum der Berlin Comedian Harmonists wollen die sechs Künstler sich und ihre großen Vorbilder musikalisch feiern. Sie erzählen, wie desaströs die Lage bei den Comedian Harmonists nach 10 Jahren ihrer Gründung war und die unausweichliche Trennung bereits vollzogen war. Da platzt die Bombe: Der 1. Tenor gibt zur Überraschung aller bekannt, dass das sein letztes Konzert mit dieser Formation sein wird. Die Empörung der anderen ist groß, man überlegt schließlich, wie man den Sänger zum Bleiben animieren könnte. Etwas Neues soll geschaffen werden. Man verrückt die Zeiten und überlegt, was die Comedian Harmonists wohl in den folgenden Dekaden gesungen hätten, wenn sie noch zusammen gewesen wären. So werden die Zuschauer Zeuge der Geburtstunde eines ganz neuen Kapitels dieses Sextetts. Neue Lieder und neue Arrangements aus der bewährten Feder von Franz Wittenbrink im typischen Klang der Comedian Harmonists führen die Truppe durch die Musik der letzten Jahrzehnte in. Lieder von Nena oder Michael Jackson werden ebenso interpretiert wie Songs der Beatles, von Abba oder Glenn Miller. 
Seit 2009 touren die Berlin Comedian Harmonists erfolgreich mit diesem Programm durch die deutschsprachigen Gebiete.


Orpheus Britannicus (2008)
Schauspiel mit Musik von Benjamin Britten und Henry Purcell

3 H, 1 Junge (ca. 10 Jahre)
Verlegt beim Theaterverlag Hofmann-Paul
Benjamin Britten kehrt 1942 nach dreijähriger Emigration nach England zurück. Er und sein Lebensgefährte, der Tenor Peter Pears, sind erklärte Pazifisten, doch die Sehnsucht nach der Heimat ist stärker als die Angst vor dem immer noch tobenden Krieg. An der Meeresküste Suffolks kommen Britten düstere Bilder seiner Kindheit in den Sinn: Als kleiner Ben trifft er dort auf eine merkwürdig verkleidete Gestalt, die sich als Henry Purcell ausgibt. Der Junge ist fasziniert, wie der unheimliche Mann aus seinem Leben erzählt, ihn mit Musik umgarnt und seine Zukunft als Komponist voraussieht. Ben ist von Purcells Musik berauscht, es ist, als öffne sich für ihn das Tor zu einer anderen Welt. Doch das Verhalten des Fremden wird für Ben immer bedrängender und bedrohlicher.
Inspiriert von Brittens Biographie und seinen Opern entsteht eine Hommage an die beiden Komponisten, ein Stück über die Magie der Musik, über sexuelle Tabus und über freigesetzte Emotionen. Dabei bildet die fiktive Szenerie auch den Rahmen für die Musik dieser sehr unterschiedlichen Komponisten, die mit dem Titel „Orpheus Britannicus“ in die Geschichte eingegangen sind.

freitot (2006)

Monolog für eine Frau
1 D
Verlegt beim Theaterverlag Hofmann-Paul
Im Zentrum dieses Monologs steht der aus der Rückbesinnung geschilderte Kampf der schwerstkranken Erika Kellermann für einen selbstbestimmten Tod unter Mithilfe einer Schweizer Organisation, die regelmäßig Sterbebegleitungen vornimmt. Auf anrührende und sogar komische Weise wird ein Leidensweg beschrieben, beginnend mit ihrem Sturz vor der Haustür, über die Torturen durch die davon verursachte komplette Querschnittslähmung, die den Wunsch nach 'Erlösung' aufkommen lässt. In "freitot" wird das Dilemma, in dem die Angehörigen von Erika Kellermann stecken, genauso wenig unterschlagen wie die Schattenseiten, die mit einem sogenannten 'Sterbetourismus' verbunden sind.


Sweet Sweet Smile (2006)

Schauspiel mit der Musik der Carpenters
1 H
Das Schauspiel zeigt Richard Carpenter in seinem Tonstudio. Vor über zwanzig Jahren war am 4. Februar 1983 mit 32 Jahren seine Schwester, die legendäre Sängerin Karen Carpenter, an Magersucht gestorben. Sie hatte mit ihrem Bruder als The Carpenters von 1969 bis 1983 eine einzigartige Weltkarriere durchlebt. Nun will sich Richard endlich vom langen Schatten seiner toten Schwester befreien und nimmt die alten Carpenters-Songs jetzt mit seiner eigenen Stimme neu auf. Unterbrochen werden die Aufnahmen von penetranten Anrufen von selbst ernannten Wahren Fans von Karen, die Richard in unflätiger Weise vorwerfen, seine Schwester in den Tod getrieben zu haben. Er beginnt sich verzweifelt für sein Leben, seine Musik und seine Vergangenheit zu rechtfertigen. Am Ende des zweiaktigen Stückes kommt es zu einem überraschenden Finale, das die Sicht auf Richard in vollkommen neuem Licht erscheinen lässt.


Illusionen - Alexandras Leben (2002)

Schauspiel mit der Musik von Alexandra
1 D, 1 Pianist
Dieses dokumentarische Schauspiel ist Rahmen für eine Aufführung der zentralen Schlager von Alexandra ("Zigeunerjunge", "Mein Freund der Baum ist tot", "Sehnsucht" etc.) Alexandra erzählt ihren spannenden Weg vom Beginn ihrer Karriere bis zum tragischen Unfalltod. Der Pianist schlüpft dabei in diverse Rollen von Personen, die Alexandras Weg begleiteten (z.B. Udo Jürgens, Fred Weyrich, Nikolai Nevedov etc.). Die collageartig zusammengesetzten Texte sind dabei stets tatsächliche Aussagen von Alexandra und ihren Wegbegleitern.


Illusionen – Alexandras Leben
Die deutsche Chansonnière Alexandra feierte mit Hits wie „Zigeunerjunge“ und „Mein Freund der Baum“ in den späten 60er Jahren große Erfolge. Ihr tragisch früher Tod und in der Folge aufkommende Spionagegerüchte um ihre Person machen sie bis heute zu einer schillernden Figur. Das in Kürze auch in Berlin zu erlebende Stück „Illusionen“ des Eisenacher Landestheaters erweckt Alexandra und ihre Musik zu neuem Leben. Geboren wurde Alexandra 1942 unter dem bürgerlichen Namen Doris Wally Treitz. Ihren Künstlernamen wählte sie in Anlehnung an den Namen ihres Sohnes. Nach einem Mode- und Schauspielstudium wurde sie als Sängerin entdeckt und tourte unter anderem mit dem Orchester Hazy Osterwald. Wenige Jahre später hatte sie ihren Durchbruch als Solokünstlerin. Alexandra sah sich zeitlebens nicht als Schlager- (der Begriff war damals allerdings auch noch anders besetzt als heute), sondern eher als deutschsprachige Chansonsängerin. Sie pflegte Kontakte zu Größen der Branche wie Salvatore Adamo, Gilbert Bécaud und Yves Montand; eine besonders tiefe Freundschaft verband sie mit Udo Jürgens. 1969, im Alter von nur 27 Jahren, starb Alexandra bei einem schweren Autounfall. Ungereimtheiten und Ermittlungspannen sorgen bis heute für Spekulationen und Verschwörungstheorien. Die Spionagegerüchte beruhen hauptsächlich auf der von dem Berliner Regisseurs Marc Boettcher 1999 vorgelegten Biographie der Künstlerin, in der er ebenfalls behauptet, während seiner Recherchen mehrfach von Unbekannten bedroht worden zu sein. Doch auch abseits solcher sensationellen Enthüllungen bietet Alexandras Leben genug Material für eine dramaturgische Bearbeitung. Autor Lars Wernecke schuf aus autobiographischen Aussagen der Künstlerin, Zitaten von Wegbegleitern und natürlich ihren Liedern ein spannendes und kurzweiliges Zwei-Personen-Stück, das nun bereits in der dritten Spielzeit am Landestheater Eisenach große Erfolge feiert. In der Hauptrolle glänzt die junge Berliner Schauspielerin Jannike Schubert, die dabei nicht nur durch ihre verblüffende optische Ähnlichkeit mit Alexandra, sondern vor allem auch stimmlich überzeugt. Am 24. November gastiert das Stück im großen Saal des Berliner Admiralspalasts.
Bericht zur Inszenierung in Eisenach veröffentlicht am 20. September 2016 von Florian Hessler auf schubladenfrei.com

Suite einer Angst (1998)
Schauspiel in fünf Akten
2 H
Der Komponist Tobias Francke befindet sich in einer bleiernden Schaffenskrise. Sein Lebensgefährte Oliver versucht ihn vergeblich zu motivieren. Schließlich kommt Tobias eine Idee. Er will eine "Suite einer Angst" komponieren. Oliver soll dafür als Muse dienen. Zunächst halb im Spiel versetzt Tobias seinen Freund in Angst und erlangt dadurch die nötige Inspiration. Allmählich gerät das Unternehmen jedoch aus den Fugen und Tobias beginnt im Schaffensrausch eine unerträgliche Folterung, die Oliver lebensgefährlich verletzt. Der Komponist versucht, sein Verhalten durch das gelungene Werk zu rechtfertigen, und versteht Olivers Wut und Entsetzen nicht. Allen Ernstes glaubt er daran, durch das Vorspielen seines "Meisterwerks" den Freund zu besänftigen und zurückzugewinnen. Ein Theaterstück über die zerstörerische Kraft von Egozentrik.

Der Hai (1997)
Schauspiel nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Günter Kunert
4 D, 5 H
Verlegt beim Theaterverlag Desch
Nach dem Untergang des US Motorschiffes "Golden Arrow" treiben Funker Mitch Miller und der 2. Steuermann Harry McGuire in einem Schlauchboot mitten im Atlantik. In ihrem Heimatort Climax-City wird bereits eine Trauerfeier für sie abgehalten, da trifft die überraschende Meldung ein: Miller wurde gerettet. Doch wo ist McGuire? Miller gibt an, sein Freund wäre von einem Hai verschlungen worden, doch es kommt das Gerücht auf, Miller selbst hätte McGuire verspeist. So gerät er immer stärker ins Abseits, bis McGuires Verlobte Grace sich öffentlich zur Liebe zu Miller bekennt und ihn durch eine Hochzeit rehabiltieren zu wollen scheint. Ein Drama, das die Mechanismen der Ausgrenzung, genährt durch Hysterie, Feigheit und Sensationslust, seziert.


Letzte Erregungen (1995)
Schauspiel
2 D, 6 H
Das Theaterstück spielt in einem verkommenen Königspalast. Nach dem Tod des alten perversen Königs wird sein ältester Sohn Viktor gekrönt, der nur schwer seine Leidenschaft, Lebensmüden beim Sterben zu helfen, im Zaum halten kann und so die verstörte Ruth umbringt. Desweiteren trennt er in Abscheu seine sich innig liebenden Brüder David und Gabriel voneinander, indem er David in einen unnötigen Krieg schickt. Zur Frau hat Viktor die schöne, aber machtzerfressene Isabella erwählt. Diese lässt
, um selbst und allein regieren zu können,
König Viktor durch Ruths Mutter Marie umbringen und diese anschließend hinrichten. Nachdem der Bürger Christian seine Tochter Ruth und Ehefrau Marie verloren hat, versucht er, dem schrecklichen Treiben im Schloss ein Ende zu setzen, und sprengt den Palast in die Luft. Ein irritierendes, drastisches Stück über abgestumpfte Emotionen und Gefühlsarmut.

Kakerlaken oder Die Vertilgung (1991)
Schauspiel
3 D, 6 H, 3 Kinder
Verlegt beim Theaterverlag Desch
In dem surrealistischen Stück wird der Sitz eines Insektizidkonzerns von Kakerlaken befallen, die sich nicht nur in den Luftschächten verkriechen und vermehren, sondern auch die Mitarbeiter heimsuchen. Die Firma versucht, die kritische Lage herunterzuspielen und die Lösung des Problems in Aussicht zu stellen, kann jedoch eine allgemeine Hysterie nicht mehr verhindern. Am Ende steht ein totaler Zusammenbruch und somit der Triumph der Kakerlaken bevor.

Weitere Werke:
Die Erschöpfungsgeschichte (1992)
Die häutige Zeit (1993)
Nur ein Malheur (1996)
König Arthur (Übersetzung der Semi-Oper von Henry Purcell) (2001)

Die Schneekönigin (2018) Verlegt beim Theaterverlag Hofmann-Paul