Lars Wernecke

The Medium

The Medium
Oper in zwei Akten von Gian Carlo Menotti
Hubertussaal Nürnberg, 2009

Musikalische Leitung: Christian Gabriel
Inszenierung: Lars Wernecke
Austattung: Simona Fenyves
Mme. Flora: Wieke van Wingerden
Monica: Nina Andreeva
Toby: Hartmut Jonas
Mrs. Gobineau: Katharina Rössner
Mr. Gobineau: Rafael Bruck
Mrs. Nolan: Daniela Jungblut


Fotos:
Judith Mertens









Auszug aus der Kritik der Abendzeitung vom 28.4.2009
Eiskaltes Händchen an der Kehle des Orakels / Gruseliges Erlebnis: Menottis Kammeroper »The Medium« im Nürnberger Hubertussaal


Ein ausgesprochen schwarzes Schaf ihrer Zunft ist Madame Flora, deren geldbringende Seancen nichts als Fake sind: Der gerngläubigen Kundschaft gaukelt sie erfolgreich Kontakte mit Verstorbenen vor, die von Tochter Monica und Handlanger Toby wirkungsvoll in Szene gesetzt werden. Bis, ja bis Madame selbst ein eiskaltes Händchen krallig an ihrer Kehle fühlt und sich ab da - fortgesetzt verwirrter - fragen muss, ob etwa ein echtes Gespenst sie heimgesucht habe... Soweit die Handlung der 1946 uraufgeführten, zum populären Grusel-Klassiker gewordenen Kammeroper »The Medium« von Giancarlo Menotti, der eine effektvolle Bandbreite von breit erzählender, lyrisch-kantabler Melodik bis zu zerrissener Tonalität von expressiver Dramatik bietet.

Ein spannendes, unterhaltsam-gruseliges Erlebnis für Ohren und Augen - und im Hubertussaal mutig in Szene gesetzt. Die weitgehend gelungene Produktion in der Zusammenarbeit von Regie (Lars Wernecke), Ausstattung (Simona Fenyves) und dem KlangKonzepte Ensemble der Neuen Pegnitzschäfer unter der Leitung von Christian Gabriel [...] verdient auch in den weiteren Vorstellungen Gehör und Zuspruch!

Erfreulich klangvoll das Ensemble gleich starker, jugendlicher Sängerinnen und Sänger um die markante Wieke van Wingerden in der Titelrolle und die ebenso überzeugende Nina Andreeva als Monica; wohltönend und einprägsam auch die »Kundschaft» der Seancen, Daniela Jungblut, Katharina Rössner und Rafael Bruck. Die stumme Rolle des höchst merkwürdigen Toby zeichnet Hartmut Jonas in eindringlicher Spannung. [...] Ein hingehenswerter Abend - mal sehen, ob in Gibitzenhof Nürnbergs Vorstadtoper anzusiedeln ist.