Lars Wernecke

Petra von Kant

Die bitteren Tränen der Petra von Kant
von Rainer Werner Fassbinder
Theater im Palais, Graz, 1993

Inszenierung: Lars Wernecke
Ausstattung: Mignon Ritter, Claudia Vallant
Petra von Kant: Lulu Bail
Karin: Eva Herzig



 

Auszug aus der Kritik der NZ vom 27.1.93:

Eine durch Prägnanz überzeugende Premiere bot sich am Montagabend dem Publikum im Grazer Palais Meran. Denn Rainer Werner Fassbinders Stück »Die bitteren Tränen der Petra von Kant« war gezielt auf Liebe und Leid reduziert. Die verkürzte Fassung unter der Regie von Lars Wernecke tut Fassbinders homoerotischem Stück sicher keinen Abbruch. Verknappt auf die sinnlichen Sequenzen der Beziehung zweier Frauen, haben Grazer Schauspielstudentinnen den Kern des Melodrams gut herausgeschält, Längen vermieden und das Publikum in Bann gehalten. ...

Karin erwidert die Zärtlichkeiten und das Verlangen der einsamen Frau, schlägt aus ihrem Körper Kapital und nutzt selbstsüchtig die Vorteile dieses schrägen Spiels, in dem sich Oberflächlichkeit und tiefe Empfindung paaren, indem Terror und Verletzbarkeit einer Beziehung hautnah transparent werden. ...