Lars Wernecke

Hund Frau Mann

Hund Frau Mann
von Sibylle Berg
Gostner Hoftheater, Nürnberg, 2001

Inszenierung: Lars Wernecke
Ausstattung: Simona Fenyves
Hund: Axel Röhrle
Frau: Catrin Flick
Mann: Thomas Witte

Auszug aus der Kritik der Abendzeitung 30.11.2001:

… Wer wissen will, wie man sich kurz vor Toresschluss den Partner fürs Leben angelt, findet derzeit in „Mondscheintarif“ oder Schokolade zum Frühstück“ heitere Antworten im Kino. Wie dieses Leben enden kann, erfährt man dagegen in „Hund Frau Mann“. Eine ernüchternde Geschichte von Zeitgeist-Erfasserin Sibylle Berg, die zwei Monate nach der Uraufführung in Stuttgart nun in einer eher auf Tragik denn Komik setzenden Inszenierung von Regisseur Lars Wernecke am Gostner Hoftheater Premiere hatte. … Der Mann hat sich wohlig arrangiert, die Frau gezwungenermaßen damit abgefunden, dass sie, beide so um die 40, der Pfeil Amors wohl nicht mehr treffen wird. Doch eine Bekannte und vier Flaschen Wein beim Blind Date helfen nach: die erste Verabredung endet mit der Rettung eines Straßenköters und dann im Bett ... Verzweifelt beschwört das Paar Glück und Zufriedenheit, nur der Hund (Axel Röhrle) wagt distanziert und mitleidlos das Kind beim Namen zu nennen. … Ihm bleibt der Selbstmord, womit man beim Anfang der Geschichte wäre, der das gelungene Bühnenbild von Simona Fenyves den richtigen (Dia)Rahmen verpasst hat.

Auszug aus der Kritik der Nürnberger Nachrichten 30.11.2001:

Wernecke hat für Bergs Momentaufnahmen von einer Liebe, die keine ist, eine gelungene Umsetzung gefunden. Er bringt das Stück in der Art von „Short Cuts“ auf die Bühne, Diaprojektionen auf die Rückwand deuten die wechselnden Szenarien an, dazwischen Schwarzblenden. Vorn auf der Bühne steht das Bett, wie eine Drohung, der Schauplatz, auf dem sich das Paar mit allen Mitteln beweisen will, wie „nett“ es doch zusammen ist.